Die Benneker Linde

Die Benneker Linde besteht eigentlich aus zwei Bäumen ("Die Seuchenlinde" hat sogar drei Bäume aufzuweisen). Anzunehmen ist, daß diese markanten Bäume ursprünglich als Einzelne gepflanzt sind. Durch Nachpflanzungen sind es eben mehr geworden. Über Jahrhunderte haben sich diese Namen, "Benneker Linde" und "Seuchenlinde", jedoch erhalten.

Die "Benneker Linde" stand früher an einer wichtigen Wegekreuzung. Bis etwa vor 150 Jahren, als die heutigen Kreis- und Landstrassen noch nicht angelegt waren, verlief hier der Weg von Störmede nach Eringerfeld. Von Südost nach Nordwest verlief die Verbindung von Büren nach Lippstadt. Die Linden standen früher frei, waren also noch nicht vom Wald umgeben. Bis vor 70 Jahren war vom Stubenfenster eines Bauernhauses an der Lange Straße, die "Benneker Linde" noch gut zu sehen. Als vor rund 150 Jahren die Eisenbahnstrecke Paderborn - Soest gebaut wurde, war vom Zug aus, im Störmeder Bruch, die Burg Eringerfeld noch gut zu sehen. Das sind Bilder, die man sich heute nicht mehr vorstellen kann.

Im Zusammenhang mit der "Benneker Linde" steht auch eine Spukgeschichte aus Eringerfeld. Rappo, der Spuk, trieb in grauer Vorzeit im Schloß sein Unwesen. Einem Pater gelang es diesen bis zur "Benneker Linde" wegzubeten. Der Spuk kommt aber jedes Jahr wieder einen Hahnenschritt zurück. Wenn er einmal wieder da ist, ist er nicht mehr wegzukriegen.

Die Nördliche der beiden Linden ist vor einigen Jahren wegen Altersschwäche einem Sturm zum Opfer gefallen. Die Südliche, auch bereits hohl und angeschlagen, gibt sich noch nicht auf, und wird immer wieder grün. Störmeder Heimatfreunde haben vor einigen Jahren zwei junge Linden als Ersatz gepflanzt.

Das im Schatten der Linden stehende Heiligenhäuschen ist aus hiesigen Bruchsteinen gebaut. Es wurde vor einigen Jahren von Störmeder Maurern wieder in Stand gesetzt.

Diese Wegekreuzung, die Linden und das Heiligenhäuschen, sind dem Heiligen Benedikt geweiht. Daher der Name "Benneker Linde". An der Nischenrückwand des Heiligenhäuschens war bis nach dem letzten Weltkrieg ein Relief aus Stein mit dem Bildnis des Heiligen Benegikt angebracht. Mitglieder des Traditionsvereins Störmede haben inzwischen ein Relief des Hl. Benedikt neu angebracht.

Die "Benneker Linde", die Jahrhunderte überdauerte und die Bombardierung des Flugplatzes ausgehalten hat, sollte uns Heutigen wert sein, beachtet und erhalten zu werden.

[Josef Schulte]

 

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