De Brunnen

Täugeschnet un äuk verschwunnen,
was lange use olle Brunnen.
Vür Twaihunnert Jauher gawte de all dat Nass,
wat für Mensk un Vaih seo nairig was.

Angelagt up oiner Waterauder,
rund iutgelagt mit Bruchstoinquauder,
was de für Hius un Huew an dieser Stelle,
de gurre Born, de Liäwensquelle.

Den Säut, den hält me gutt instand.
Niemals wäuher et 'ne quant.
Schöppen machte me von Hand.
Nitrate hiät me froiher nit kannt.

Water hiät vandage äuk Beduitung,
wat dan kümmet iut de Waterleitung.
Dat is duier ti betahlen.
Koiner sall annern dat Water awgrawen.

Wünske woi für us un use Land,
alltoit den richt'gen Waterstand.
Wo Water is, is koine Näut.
Wo Water is, dau giwt äuk Bräut.

Wünske wai us vür allen:
"Dat Kind müge nie in 'n Brunen fallen."

Der Brunnen

Zugeschüttet und verschwunden 
war lange unser alte Brunnen. 
Er, der schon vor zweihundert Jahr' 
für Mensch und Vieh notwendig war.

Angelegt auf einer Wasserader. 
Rund ausgelegt mit Bruchsteinquader 
war er für Haus und Hof an dieser Stelle 
der gute Born, die Lebensquelle.

Den Brunnen hielt man gut instand.
Niemals wurde es ihm quant.
Schöpfen mußte man von Hand;
Nitrate, früher nicht gekannt.

Wasser, auch heute von Bedeutung, 
das da kommt aus der Versorgungsleitung, 
ist zum Nulltarif nicht mehr zu haben. 
Niemand sollte andern das Wasser abgraben.

Wünschen wir für uns und unser Land, 
allzeit den rechten Wasserstand. 
Wo Wasser ist, herrscht keine Not. 
Wo Wasser ist, da gibt' 5 auch Brot.

Es gelte unser Wunsch vor allem:
"Das Kind möge nie den Brunnen fallen".

[Josef Schulte, Störmede]

 

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