De Benneker Linne

Oin Wiägekruise iut uroller Toit, 
unnern Schutze vam hoiligen Benedikt stoiht. 
Soin Bild was im Huiseken angebracht, 
häll uewer Jauherhunnerte gurre Wacht.

Wiäge hätt alletoit Richtunge nuhmen; 
sind nairig für`n Handel un`t Nögerkumen. 
Beschwörlik wön de Wiäge in oller Toit, 
vuller Bedroiwhoit un Möggesiäligkoit.

De oin hiät mangen Knapp üewerwunnen, 
hiät Buiern un de Stadt an de Lippe vebunnen. 
De annere Stürmede - Enkerfäld, 
gänk widder in de „Büewerwelt“.

Rundümme was et froiher kahl,
buower de Schloihe, dem Ditiwendal. 
Widder nördlik gänk de „Dokterpfad“, 
un vürboi de “Kattenpatt”.

Se wörn näu nit vestiäket im Holt, 
de „Benneker Linnen“gräut un stolt, 
bühen dem Unwihiähr alltoit Trutz, 
gawten ümmer Dak un Schutz.

Könn de läste, urolle Linne vetellen.
Wat könn Se us seggen un vemellen?!
Sieker van kloinen un gräuten Geschoihen de Welt.
Van de Vebannunk des Späuks iut Enkerfeld.

Van Stürmede iut wörn froiher de Linnen ti soihen. 
Soi üewerwachern alles Geschoihen, 
alletoit rundümme de Ihuer, 
as gurre Hoiher de Natiuer.

Wi et de läste Linne schafft, 
mit Iutdiuer un Willenskraft, 
sik giegen dat Vegauhen strafft, 
giwt se niggen Trieben niggen Saft.

Säu äuk use Plattduitsk finne, 
nigge Nahrunk dür Faser un Rinne, 
näu dür viele Bliär vekünne, 
wi de olle „Benneker Linne“.

Die Benneker Linde

Ein Wegekreuz aus früherer Zeit,
war dem heiligen Benedikt geweiht.
Sein Bild im Häuschen angebracht,
hielt über Jahrhunderte treue Wacht.

Wege waren die Verbindung,
zum Handel und Wandel und zur Findung.
Beschwerlich waren Wege früherer Zeit,
voller Drangsal und Mühseligkeit.

Der eine hat manchen Berg überwunden,
die Städte Büren und Lippstadt verbunden.
Der andere Störmede - Eringerfeld,
führte weiter in die "Büewerwelt".

Rundum war es früher kahl,
oberhalb der Schledde, dem Taubental.
Weiter nördlich ging der "Doktorpfad",
und vorbei der "Kattenpatt".

Früher gab es hier noch nicht den Wald.
Hier beim Benedikt war Rast und Halt.
Die Wetterunbilden forderten Trutz.
Die Linden gaben Dach und Schutz.

Könnte die letzte uralte Linde erzählen.
Was hat sie erlebt, was würd' sie erzählen.
Sicher von großen und kleinen Dingen der Welt.
Von der Verbannung des Spuks aus Eringerfeld.

Von Störmede aus war'n früher die Linden zu seh'n.
Sie überwachten alles Gescheh'n,
was sich tat in Feld und Flur,
als treue Hüter der Natur.

Wie es die letzte Linde schafft,
mit ihrer nimmermüden Kraft,
sich gegen das Vergehen strafft,
gibt sie immer neuen Trieben Saft.

Unser Plattdeutsch so auch finde,
noch Nahrung durch die Faser und die Rinde,
und noch durch viele Blätter künde,
wie unsere alte "Beneker Linde".

 

 

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