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Störmeder Geschichte

1.200 Jahre voller Wandel, Tradition und Gemeinschaft

Störmede ist heute der größte Ortsteil der Stadt Geseke nach der Kernstadt und blickt auf eine mehr als 1.200-jährige Geschichte zurück. Über viele Jahrhunderte hinweg wurde die Entwicklung des Ortes durch adelige Herrschaft, kirchliche Einrichtungen, Kriege und Seuchen, aber auch durch gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel geprägt.

Die erste urkundliche Erwähnung Störmedes erfolgte bereits um das Jahr 826 unter dem Namen „Sturmithi“ in einem Schenkungsverzeichnis des Klosters Corvey. Damit gehört Störmede zu den ältesten nachweisbaren Siedlungen im Raum Soest.


🏰 Vom Adelssitz zum Klosterstandort

Im Mittelalter entwickelte sich Störmede zu einem bedeutenden Adelssitz. Bereits im 12. Jahrhundert befand sich hier die Burg des Edelherrn Werno von Störmede. Aus der damaligen Burgkapelle entstand später die Pfarrkirche. Die Herren von Störmede gehörten zu den einflussreichen Adelsfamilien Westfalens. Nach dem Aussterben der Familie gingen ihre Besitzungen an die Herren von Hörde über.

Im Jahr 1277 wurde die befestigte Burg während eines Konflikts mit dem Bischof von Paderborn zerstört. Um 1340 teilten die Herren von Hörde ihre Besitzungen auf, wodurch verschiedene Herrschaftsbereiche entstanden.

Von besonderer Bedeutung für die weitere Entwicklung des Ortes war die Gründung des Klosters Nazareth im Jahr 1483 durch die Herren von Hörde. Das Kloster entwickelte sich zu einem wichtigen religiösen und kulturellen Zentrum der Region. Im Jahr 1521 wurde der Grundstein für den teilweisen Neubau der Pfarrkirche St. Pankratius gelegt. Teile dieser Kirche sind bis heute erhalten und zeugen von der langen Geschichte Störmedes.


⛪ Reformation, Kriege und Seuchen

Auch die Reformationszeit hinterließ ihre Spuren in Störmede. Während der sogenannten Truchsessischen Wirren 1583/84 unterstützten Teile des örtlichen Adels den protestantischen Kurfürsten Gebhard Truchsess von Waldburg. Vorübergehend wurde sogar der calvinistische Gottesdienst eingeführt. Nach dem Sieg der katholischen Seite kehrte jedoch die alte Kirchenordnung zurück.

Das 17. Jahrhundert war für die Bevölkerung von großen Notlagen geprägt. Mehrfach wütete die Pest im Dorf, insbesondere in den Jahren 1609 und 1636, und forderte zahlreiche Todesopfer.

Während des Dreißigjährigen Krieges nutzte Herzog Christian von Braunschweig im Jahr 1622 das Haus Störmede als Hauptquartier bei der Belagerung von Geseke.

Im Jahr 1669 wurde erstmals eine Schützenbruderschaft erwähnt, die bis heute ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Störmede ist. Im selben Jahr forderte die Krankheit „Rote Ruhr“ zahlreiche Todesopfer. Als Zeichen religiöser Dankbarkeit entstand 1670 die Lobekapelle.


📜 Störmede im 18. und 19. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert wurde die Klosterkirche Nazareth erweitert und 1724 feierlich eingeweiht. Nach dem Ende des Kurfürstentums Köln fiel Störmede 1802 an Hessen-Darmstadt. Bereits 1804 wurde das Kloster Nazareth aufgehoben. Nach dem Wiener Kongress kam Störmede 1816 zu Preußen und wurde Teil der preußischen Verwaltung.

Das 19. Jahrhundert brachte tiefgreifende Veränderungen und eine zunehmende Modernisierung. Im Jahr 1822 zerstörte ein Großbrand 22 Wohnhäuser sowie das Pfarrhaus. Wenige Jahre später richtete eine schwere Überschwemmung erhebliche Schäden an.

Mit der Gründung des Amtes Störmede im Jahr 1843 wurde der Ort zum Verwaltungszentrum mehrerer umliegender Gemeinden. Auch wirtschaftlich entwickelte sich Störmede weiter. Die Gründung einer Spar- und Darlehnskasse im Jahr 1889 war dabei ein wichtiger Schritt.


🕊️ Zwei Weltkriege und ein Neubeginn

Der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 hinterließ auch in Störmede tiefe Spuren. 25 Einwohner verloren ihr Leben. In den 1920er Jahren hielt zunehmend die Moderne Einzug: Störmede wurde an das Stromnetz angeschlossen, ein Schwesternhaus entstand und 1925 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde 1935 südlich des Dorfes ein großer Flugplatz errichtet, der im Zweiten Weltkrieg militärische Bedeutung erlangte. Im März 1945 wurde der Flugplatz von alliierten Streitkräften bombardiert. Obwohl rund 1.800 Bomben fielen, blieb das Dorf selbst weitgehend verschont.

Am Ostersonntag 1945 besetzten amerikanische Truppen Störmede. Insgesamt forderte der Zweite Weltkrieg 61 Gefallene und 23 Vermisste aus dem Ort. Nach Kriegsende stand Störmede zudem vor der großen Aufgabe, mehr als 500 Vertriebene aufzunehmen.


🏡 Aufbruch in die moderne Zeit

Die Nachkriegsjahre waren von einem starken Ausbau der Infrastruktur geprägt. 1951 erhielt die evangelische Gemeinde eine eigene Kirche, 1959 wurde eine moderne Kläranlage in Betrieb genommen. In den folgenden Jahrzehnten wurden Versorgung, Straßen und öffentliche Einrichtungen stetig verbessert.

Die Hauptschule wurde 1972 geschlossen. Im Zuge der kommunalen Neuordnung wurde Störmede am 1. Januar 1975 in die Stadt Geseke eingegliedert. Gleichzeitig wurde das Amt Störmede aufgelöst.

Seit den 1980er Jahren entwickelte sich Störmede zunehmend zu einem modernen Wohn- und Wirtschaftsstandort. Die Trinkwasserversorgung wurde verbessert, historische Gebäude wurden restauriert und neue Wohngebiete entstanden. Auch das historische Rittergut Störmede erhielt eine neue Bedeutung: Es wurde zu einem Hotel-, Tagungs- und Veranstaltungszentrum umgestaltet und trägt heute zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben des Ortes bei.


❤️ Der Kulturring – gemeinsam für Störmede

Eine besondere Rolle im kulturellen und gesellschaftlichen Leben Störmedes spielt der Kulturring Störmede e. V. Seine Wurzeln reichen bis in die 1960er Jahre zurück. Damals schlossen sich die örtlichen Vereine zunächst lose zusammen, um Termine und Aktivitäten besser aufeinander abzustimmen. Im Laufe der Jahre übernahm dieser Zusammenschluss immer mehr Aufgaben für die Dorfgemeinschaft.

1990 organisierte der Kulturring beispielsweise die Präsentation Störmedes bei der Gösselkirmes in Geseke. Am 18. Oktober 1991 wurde der Kulturring schließlich als eingetragener Verein gegründet.

Seitdem fungiert er als Dachorganisation der Störmeder Vereine und Institutionen. Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehören die Förderung und Koordinierung des Vereinslebens, die Durchführung kultureller Veranstaltungen sowie die Pflege und Erhaltung des historischen Hauses Nazareth und der zentralen städtischen Grünflächen.

Ein weiterer bedeutender Meilenstein war das Jahr 1998. Nachdem die ehemalige Klosterkirche Nazareth zum Gemeindezentrum umgebaut worden war, übernahm der Kulturring das Haus Nazareth als Mieter und entwickelte es zu einer zentralen Begegnungsstätte für Vereine, Gruppen und Familienfeiern. Bis heute ist das Haus Nazareth ein wichtiger Mittelpunkt des Störmeder Dorflebens.

Der Kulturring organisiert zahlreiche Veranstaltungen, die das Gemeinschaftsgefühl stärken. Dazu gehören unter anderem der Martinsumzug, der Seniorennachmittag „Störmeder Herbst“, der „Tag der sauberen Feldflur“ und der „Störmeder Advent“. Darüber hinaus erstellt der Verein den jährlichen Veranstaltungskalender und koordiniert die Termine der örtlichen Vereine.

Auch bei Wettbewerben wie „Unser Dorf soll schöner werden“ war der Kulturring maßgeblich an zahlreichen erfolgreichen Platzierungen beteiligt. Durch dieses vielfältige Engagement trägt er wesentlich dazu bei, Traditionen zu bewahren und gleichzeitig das Dorfleben lebendig und zukunftsfähig zu gestalten.


🎉 1.200 Jahre Störmede – Geschichte, die weiterlebt

Im Jahr 2026 steht Störmede vor einem ganz besonderen Ereignis: Das Dorf feiert sein 1.200-jähriges Jubiläum. Der Kulturring wirkt federführend an den Vorbereitungen für das große Jubiläumswochenende im September mit.

Damit schließt sich ein Bogen von der ersten urkundlichen Erwähnung als „Sturmithi“ im Jahr 826 bis zum heutigen Störmede. Mehr als zwölf Jahrhunderte haben den Ort geprägt – durch Zeiten des Wohlstands ebenso wie durch Kriege, Seuchen, politische Veränderungen und gesellschaftlichen Wandel.

Heute verbindet Störmede seine lange Geschichte mit einem lebendigen Vereins- und Kulturleben. Der Kulturring steht dabei beispielhaft für den ehrenamtlichen Einsatz vieler Bürgerinnen und Bürger, die sich für ihre Heimat engagieren, Traditionen bewahren und zugleich die Zukunft ihres Dorfes mitgestalten.

So ist die 1.200-jährige Geschichte Störmedes nicht nur ein Blick zurück, sondern zugleich die Grundlage für ein lebendiges und gemeinschaftliches Dorfleben von heute und morgen.

Stoermeder_Geschichte. 3.0

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